Montag, 14. Oktober 2013

Alltagskost

Donnerstag, 26.09.2013

Pullout
27.08.2013
20 x 20 cm
Acryl + Marker auf Leinwand


Abbauen der negativen und schmerzenden Energien beim "Mann". Auch wenn es finanziell ja eigentlich nicht möglich ist. Dennoch, es treibt mich hier her. Wohl auch deswegen, um mir das Gefühl zu vermitteln, es geht ja doch. Ich will darauf nicht verzichten. Es ist mehr als nur Kaffee trinken und eventuell ein Stück Mehlspeise essen. Ein Ritual der Selbsttäuschung. Das Vorgaukeln von notwendigen Luxus. Auch die Tatsache in diesem öffentlichen Raum besser schreiben zu können. Vielleicht im Unterbewusstsein auch der kleine Wunsch, nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein. Auch wenn ich den offensiven Kontakt zu Menschen hochgradig vermeide. Abgesehen von meiner Unsicherheit, kristallisiert sich hier immer mehr eine ganz spezielle Angst heraus. Ich bemerke immer wieder, nach und während der kurzen persönlichen Gespräche die ich führe, dass ich einfach zu viel Negatives zu erzählen habe. Das führt zwangsläufig dazu, dass ich sehr traurig werde und sehr oft weinen muss. Das ertragen die "anderen", aber vor allem ich auf Dauer nicht. Auch wenn ich mich extrem diszipliniert verhalten möchte, gelingt es mir kaum. Unabhängig davon, ob es nun die angedachte Erwartungshaltung gibt, oder nicht. Ich denke selbst, wenn mein Gegenüber Verständnis zeigen würde, es entspricht nicht meiner Person. Traurige, feuchte Augen in Kombination mit einem aufgesetzten, herbei gezwungenem Lächeln, das kann ich einfach nicht. Wahrscheinlich würde der Großteil der Menschen nicht bemerken, oder es anders interpretieren. Vielleicht auch nicht. 
Vielleicht gibt es eine andere, für mich passende Strategie. Was weiß ich? Vielleicht spielt es ja auch gar nicht diese große Rolle, die ich darin vermute. Es ist wohl ein ganz persönliches Problem, welches ich zu lösen habe, denke ich. Eigentlich dachte ich immer, ich könnte meiner Intuition folgen. Aber die ist wohl phasenweise "Außer Betrieb". Sie wird durch innerliche starre Ratlosigkeit und Hilflosigkeit ersetzt.
Das führt mir immer wieder mein krankes Hirn vor Augen. Dieses überlebenswichtige Organ, dass ich täglich mit Informationen unteschiedlicher Art füttere.
Ein paar Filter habe ich vorwiegend gegen die negativen Geschehnisse aktiviert. In diesem Netz werden alle besonders angstbesetzten Themen aufgefangen. Dort lagern sie in einem Depot. Dieses Magazin ist enorm befüllt. Kaum noch Platz, für jeglichen zusätzlichen Müll. Doch wohin damit?
Hier scheint ein Vergleich mit Giftmüll passend. Vergraben, wegschaffen, ins Meer schütten. Aber eines Tages, treibt es den Dreck nach oben. Nur weil dieser Mist aus dem Blickfeld ist, ist er ja nicht verschwunden. Betrug, Trick oder Überlebenstaktik des Menschen?
Es gibt keine authentische Realität. Der Schein hilft dem (Da)Sein der Menschen zu überleben. Sonst würde das Alles wohl nicht wirklich funktionieren. Das zwangsläufige Wegschalten von negativen und unangenehmen Dingen hilft in gewisser Hinsicht zum existieren der Welt.
Akzeptanz, Ignoranz, Verdrängung, Unwissen und die eine andere Zutat ergeben in Summe unser Überlebenselexier. Welches wir zum Weitermachen benötigen. Es ist anscheinend diese Substanz, die nur sehr minimal in mir fließt.

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